Der Weg des FCB ins Pokalfinale 2015 – oder auch nicht!

Die ganze Fussballwelt hat zugesehen. Da war er wieder, der deutsche Classico. Er ist gerade mal zwei Tage alt. Es sollte eine Gala werden, eine Demonstration der Stärke! Klar ist das der FC Bayern in dieser Saison wieder gezeigt hat, wer die beste Mannschaft im deutschen Fussball ist.

Mit einer Selbstverständlichkeit wurde Sieg für Sieg eingeholt. Die Gegner wussten manchmal nicht wo ihnen der Kopf steht. Ein Lewandowski, ein Robben, oder Ribery. Manchmal so schnell, als wäre der erste Treffer schon vor dem Anpfiff gefallen. Unfassbar!

Klar gab es in dieser Saison auch einige Schönheitsfehler, aber was soll´s? Die Meisterschaft ist wieder frühzeitig eingetütet worden und, das ist das, was zählt! Da will man natürlich nach den Sternen greifen und nach dem Double der Vorsaison das Triple nach den großen Jupp-Spielen wiederholen, aber etwas ist anders:

Sicher ist, dass die Spieler älter und reicher an Erfahrung sind und der Trainer Pep Guardiola heißt, aber das ist auch noch nicht alles. Der DFB-Pokal ist ein elementarer Bestandteil des Triples und schien schon fest eingeplant. Man besiegte Münster mit vier Treffern und eine Runde später war der HSV mit dreien dran. Braunschweig verlor mit zwei Toren und Leverkusens Drmic versagen die Nerven vom Punkt; und schon stand man im Halbfinale. Auf dem Weg dahin verlor man einige Akteure, aber dies schien man Locker aufzufangen.

Martinez verletzte sich, Badstuber kehrte nach einer langen Leidenszeit zurück und verletzte sich wieder. Thiago macht nach seiner langen Abwesenheit einen sehr guten Eindruck und Schweinsteiger, wie auch Lahm brachten das Spiel des FCB wieder ins Rollen. Dennoch bleiben einige Fragen offen. Man sah es gegen die Hertha, oder gegen Gladbach, als man mit zwei Treffern verlor. Der FC Bayern kann seine gute, konstante Leistung der letzten beiden Jahre nicht mehr halten. Man könnte sagen dies liegt an den vielen Verletzten, aber wir suchen keine Ausflüchte.

Andere Manschaften haben auch Verletzte, nur fragwürdig ist, warum jetzt erst und nicht schon in der letzten Saison? Werden die Spieler verheizt? „Pep, lass deine Mannen mal zu Luft kommen.“

Als einziges Team in Europa haben die Bayern so viele Ballkontakte, wie keine andere Mannschaft. Die Bayern laufen für drei oder vier Spieler gleichzeitig und in diesem Zustand zwischen Selbstbewusstsein und Überbelastung, marschierten sie ins Halbfinale und empfingen die halbwegs wiedererstarkten Dortmunder. Ich betone halbwegs, weil man es im Spielverlauf lesen konnte. Siebzig Minuten lang! SIEBZIG! Nicht NEUNZIG sondern SIEBZIG Minuten zeigten sie wohl das beste Spiel der letzten zwei bis drei Jahre gegen den großen Rivalen aus dem Pott. Es sah alles gut aus trotz nicht gegebenen Handelfmeter von Gagelmann. Der Ex-Borusse Lewandowski besorgte die Führung und der Rest war kontrollierte Demontage.

Es wurde ein noch größeres Happening als dann, um dem ganzen die Krone aufzusetzen, der wiedergenesende Robben eingewechselt wurde. Da schrieb man die 68. Minute. Es lief alles nach Plan. Zuvor hatte man vorgehabt Jürgen Klopp mit Blumen zu beschwichtigen, was meiner Meinung nach, zu so einem Anlass unpassend war. Das erinnerte stark an den Moment der Bekanntgabe von Mario Götzes Abgang zum FCB. Äußerst unpassend! Naja, aber dies half alles nicht. In der 75. Minute zeigte der eingewechselte Mkhitaryan, was er am besten kann um mal seinem „Noch-Trainer“ zu zeigen, dass er mit ihm im Saisonendspurt rechnen kann und legte nach Zuckerpass vom Teilzeit Spielmacher Kuba den Ball per Direktabnahme quer durch den Strafraum. Manuel Neuer schien unbeeindruckt, aber Aubameyang rutschte ohne Gegenspieler in den Ball hinein und der Welttorhüter konnte den Ball nur hinter der Torlinie rauskratzen. Natürlich fing das wilde Armgefuchtel Neuers wieder an. Kein Tor und Abseits und Foul, oder was immer da gewesen sein mag. Da erinnert man sich schon mal an das Pokalfinale vor zwei Jahren, als ein Tor von Hummels nicht gegeben wurde, aber das trägt man in Dortmund auch niemandem mehr nach. Da war es geschehen und ganz München war in Schockstarre, als die schwarz-gelbe Flut alles mit sich riss. Fünfzehn Minuten spielte der BVB das, was sie eigentlich können, und hätten in dieser Phase den Siegtreffer verdient. Aber nach 90 Minuten ging es doch in die Verlängerung und das einzige was dann noch geschah: waren Fehlversuche des FCB das Tor zutreffen. Kevin Kampl kam und ging einige Minuten später mit der Ampelkarte und Mitchell Langerak räumte Lewandowski ab. Das war ein hartes Stück Arbeit! Für beide Teams und das die Bayern nicht einen Treffer vom Punkt gemacht haben spricht Bände. Die Luft war raus. Den Elfer im Spiel nach Schmelzers Handspiel in der 58. Spielminute hätten sie wohl auch nicht an diesem Abend getroffen, also muss man sich da jetzt auch nicht über den Herrn Gagelmann beschweren. Sagte nicht einst: „ein Bayernfunktionär man müsse Schiedsrichter mehr schützen“…??!!

Das war zu einer Zeit, als die Fehlentscheidungen auf der anderen Seite ihre Wirkungen hatten, aber lassen wir das. Ab der 70. Minute brach das Spiel der Bayern zusammen und jede Ordnung wich der Anarchie der Mannschaftsteile. Zurück blieb ein wortkarger Pep. Die bayrische Führungsriege erstrahlte im zarten rot. Dass Lahm und Alonso wegrutschen, Götze am australischen Abräumkommando scheitert, während der Titanen-Nachfolger mit dem letzten Frust den Ball an die Latte haut, war bezeichnend für die kollektiv-bayrische Fehlplatzierung, in der sie seit der 70. Minute steckten.

Am Ende hilft alles nichts mehr. Pep war am Ende stolz auf seine Jungs, aber es gibt „solche und solche Tage“ und an diesem Abend hat es nicht sein sollen. Nach der 70. Minuten hätten sie den Sieg mehr als verdient, aber ein Spiel hat nun mal 90 Minuten plus Verlängerung und Elfmeterschießen, wie in diesem Fall und die Bayern waren an diesem Abend glücklos. Hoffen wir mal, dass der Platzwart seinen Job behält und die Allianzarena seinen Rasen mit Elfmeterpunkt. Der Punkt und der Rasen können da auch nichts für. Der BVB hat ja auch mitgespielt. Genesungswünsche gehen an Robben und Lewandowski. Hoffen wir, dass der polnische Weltstürmer gegen den FC Barcelona nicht spielen muss, weil seine Knochen doch einiges abbekommen haben. Für Robben ist die Saison vorbei; und ich hoffe inständig, dass endlich mal jemand die Gesundheit dem Profitablem Geschäft vorzieht, um mal den Menschen in den Vordergrund zu rücken.

Vielen Dank, euer Rayden